sonntag

ließ ich mir ein bad ein
voll schwermut
dazu packte ich die dreckige wäsche
der vergangenen tage aus. grumpelgrau
aß ich ein eis.
ich glaube sonntag wars.

Elefanten sind Herdentiere.

sätze der vergangenen nacht
flackern flattern fliegen
als bruchstücke meines lebens
deines lebens
leider nur
durch mich hindurch.
durch meinen Kopf.
Ein Elefant schlief des Nachts darauf.

you,

who are you to me?
your melodies ring in my head
how could I express?
i pale into insignificance
beside you

ich finde die Zeilen nicht wieder. und nicht weniger als damals fühlen sie sich nach Relevanz an. Jede Locke fehlt. Deine großen blauen Augen und dein schöner Mund. Deine rauhen Hände, stets auf der Suche nach neuer Handcreme. Deine rauhen Hände, die so gern und vor allem bei Unsicherheit und Kokettieren durch die Haare streichen. Die wilden Augenbrauen, die wie das Wildeste an dir wirken. Bevor man dich kennenlernt. Die schlaksige Haltung und die ein Müh zu groß geratene Nase um perfekt zu sein. Das Muttermal auf Rippenbögen und das tiefe Lachen, das aus dem Bauch heraus klingt, wenn man den richtigen Moment erwischt. Diese kleinen Haare auf dem Bauch, die du so wenig leiden kannst, dass du Ihnen den stets den Garaus bereitest, mal mehr, mal weniger akkurat, aber immer du. Und überhaupt, jeder einzelne Bogen deiner Rippen, der einen glauben lässt, du warst Schwimmer. Deine schmalen Hüften und der kleine Po, den du nur in wenigen Hosen gut gefunden hast. Die Spannung deines Körpers, wenn du mich unbedingt hochheben wolltest. Oder dich über mich legen. Unter mir sein.

du fehlst mir. nicht mehr oder weniger als andere.
Aber so, dass ich nicht will, dass du mir fehlst. Dass ich nicht weiss, wie es sein sollte, würdest du mir nichtmehr fehlen. Zwischen Herz und Bauch hat sich eine Spannung aufgebaut, die ich herumtrage, seit ich dich nichtmehr verstehe. Bis zum Bersten angefüllt, mit Sehnsucht die ich versuche in meiner Wut und Trauer auf dich zu ertränken. Schmuseln fehlt mir. Und Lachen. Weil ich dir so gern verzeihen würde würdest du darum bitten. Ich wünschte du würdest.

Freunde,

wie dankbar ich bin dafür, dass es euch gibt.
In den letzten Jahren war mir an dem ein oder anderen Punkt bereits klar, dass ich dieses Sammelsurium aus Menschen, die ich Freunde nenne, nie konstant zusammenbringen werde. Dass das, was alle verbindet, ich bin.

Aber wie wunderbar ehrlich, vorhanden, wertvoll und schön ihr alle seid, das zeigten mir die letzten Tage.
Ich bin nicht einfach gerührt. Ich bin berührt, verwundet, getroffen, voll Liebe und gleichermaßen irritiert dass ihr noch da seid. Wie häufig ich mir seltsam vorkam. Anders, nicht besonders, sondern wie Falschgeld in der Welt. So wie jetzt hier im Osten. Die Neuanfänge der letzten Jahre sind das Gegenteil von spurlos an mir vorbeigezogen – ich weiss, dass ich überall etwas anfangen kann und meistens wird es sogar gut, auch wenn es anstrengend ist.

Das hier im Osten ist grad anders, weil ein Teil von dem was ich hier wollte einfach weggebrochen ist. Halt, nicht ´einfach´. Sondern mit dem größtmöglichen Schmerz, der sich nicht angekündigt hat. In Wellen. Mit den tiefsten Tiefen, keine Höhen. Aber da seid ihr alle und hört mir zu, egal wen ich gefragt hab. D a n k e.

ich schätze,ich liebe dich.

.. ich will verstecken spielen und dir meine kleider geben und dir sagen ich mag deine schuhe und auf der stufe sitzen während du badest und dir den nacken massieren und deine füße küssen und deine hand halten und essen gehen und mich nicht beklagen wenn du mein essen isst und dich bei rudy´s treffen und über den tag reden und deine briefe tippen und deine kisten tragen und lachen über deinen verfolgungswahn und dir kassetten schenken die du nicht anhörst und tolle filme sehen und schreckliche filme sehen und schimpfen über das radio und fotos machen von dir wenn du schläfst und aufstehen um dir kaffee zu bringen und bagels und kopenhagener und zu florent gehen und kaffee trinken um mitternacht und dich meine zigaretten klauen lassen und nie ein streichholz finden können und dir vom fernsehprogramm erzählen das ich die nacht zuvor gesehen hab und dich in die augenklinik bringen und nicht über deine witze lachen und dich wollen am morgen aber noch eine weile schlafen lassen und deinen rücken küssen und deine haut streicheln und dir sagen wie sehr ich dein haar liebe deine augen deine lippen dein arsch dein…..

und auf den stufen sitzen und rauchen bis dein nachbar heimkommt und auf den stufen sitzen und rauchen bis du heimkommst und mich sorgen wenn du zu spät bist und erstaunt sein wenn du zu früh bist und dir sonnenblumen schenken und auf deine party gehen und tanzen bis ich schwarz werde und es bedauern wenn ich unrecht habe und glücklich sein wenn du mir vergibst und deine fotos ansehen und wünschen ich hätte dich schon immer gekannt und deine stimme hören in meinem ohr und deine haut spüren auf meiner haut und angst kriegen wenn du wütend bist und dir sagen du bist hinreißend und dich in den arm nehmen wenn du ängstlich bist und dich halten wenns wehtut und dich wollen wenn ich dich rieche und wimmern wenn ich dir nah bin und wimmern wenn nicht und dich erdrücken in der nacht und frieren wenn du die decke nimmst und schwitzen wenn nicht und schmelzen wenn du lächelst und mich auflösen wenn du lachst und nicht verstehen warum du denkst ich weise dich zurück wenn ich dich nicht zurückweise und mich fragen wie du denken konntest ich könnte dich jemals zurückweisen und mich fragen wer du bist aber dich dennoch akzeptieren und dir erzählen vom baumengelzauberwaldjungen der über den ozean flog weil er dich liebte und gedichte schreiben für dich und mich fragen warum du mir nicht glaubst und ein gefühl haben so tief das ich keine worte dafür finden kann und dir ein kätzchen kaufen wollen auf das ich dann eifersüchtig wäre weil es mehr aufmerksamkeit bekäme als ich und dich im bett festhalten wenn du los musst und heulen wie ein kleinkind wenn du zuletzt wirklich gehst und die kakerlaken loswerden und dir geschenke kaufen die du nicht willst und sie wieder wegbringen und dich bitten mit mir zusammen zu sein und du sagst wieder nein und nicht aufhören zu bitten denn obwohl du denkst ich mein es nicht ernst mein ich es ernst ich habe es immer ernst gemeint vom ersten mal an wo ich dich gebeten habe und in der stadt umherirren und denken sie ist leer ohne dich und wollen was du willst und denken ich verliere mich selbst aber wissen das ich in sicherheit bin bei dir und dir das schlimmste von mir erzählen und versuchen dir mein bestes zu geben weil du kein bisschen weniger verdienst und deine fragen beantworten wenn ich es lieber nicht täte und die wahrheit sagen wenn ich es wirklich nicht will und versuchen ehrlich zu sein weil ich weiß das ist dir lieber und denken es ist alle vorbei aber noch wenigstens zehn minuten ausharren bevor du mich rausschmeißen wirst aus deinem leben und vergessen wer ich bin und versuchen dir näher zu kommen weil es schön ist dich kennen zu lernen und die mühe sehr wert und im schlechten deutsch auf dich einreden und mit dir schlafen um drei uhr morgens und irgendwie irgendwie irgendwie etwas mittleilen von der überwältigenden unsterblichen übermächtigen bedingungslosen allesumfassenden herzbereichernden verstanderweiternden anhaltenden niemalsendenen Liebe die ich für dich empfinde.

(Sarah Kane)